#No

Mother

No

Child

Von Innen heraus: 

Internationaler

Adoption

Der Blick auf internationale Adoption wird von den Profiteuren bestimmt, wie den Adoptionsagenturen oder den Adoptiveltern. Einem verwaisten Kind ein liebevolles, ökonomisch besser gestelltes Zuhause zu geben und damit gleichzeitig den Traum eines kinderlosen Paares zu verwirklichen, sind dabei Leitmotive. Internationale Adoption gilt als Glücksfall für die Adoptiveltern, wie für das zu adoptierende Kind.

Die Geschichte der Adoption beginnt aber  nicht mit dem Glück einer Adoptivfamilie. Sie beginnt mit einem Kind, dass von seiner Mutter geboren wird.

#NoMotherNoChild untersucht, wo Adoption beginnt und zeigt bisher systematisch ausgeschalteten Stimmen innerhalb der Adoptionserfahrungen: die der leiblichen Mütter. 

Die Entfernung zum Herkunftsland, die Sprachbarriere und das geschlossene Adoptionssystem machen es leicht, die Perspektiven, Erfahrungen der zurück gelassenen Mütter zu ignorieren und über sie zu reden, anstatt mit ihnen.

 Gefälschte, unvollständige oder mutwillig zurück gehaltene Dokumente über ihre Herkunft und Adoption machen es für die Adoptierten nur mit einem hohen finanziellen und emotionalen Aufwand möglich, die leibliche Mutter zu finden und mit ihr über die eigene Geschichte zu sprechen. 

Über multimediale Inhalte, die für z.B. für  Ausstellungen, Social Media Kanäle oder online und Print Magazine aufbereitet werden, wird die Perspektive der betroffenen kolumbianischen Mütter und ihrer Erfahrung mit Internationaler Adoption aus erster Hand erzählt. 

Jahre lang zum Schweigen gebracht, melden sie sich jetzt zu Wort und erzählten ihre Geschichten. 

Margarita ist eine der vielen Mütter, die nach der Tragödie von Armero ihre Kinder durch internationale  Adoption verloren haben. 

Es war der 13. November 1985. Die Katastrophe hatte biblische Ausmaße. Der Himmel war voller schwarzer Wolken; Feuer und Steine fielen herab und begruben ganz Armero und seine Menschen. Nur 3.000  überlebten, 25.000 verschwanden bei diesem Vulkanausbruch. 

Margarita

Margarita befand sich mit einem ihrer Kinder außerhalb der Stadt, um Besorgungen zu machen. Aus den Nachrichten erfuhr sie, dass ein Vulkanausbruch Armero begrub. Sie wusste, dass ihr Ehemann und drei ihrer Kinder mitten in dieser Naturkatastrophe gefangen sein mussten.

„Am Tag des Vulkanausbruches, war ich mit meinen jüngsten Kind in der nächst größten Stadt, um Besorgungen zu machen. Es war der 13 November 1985. Die Katastrophe hatte biblische Ausmaße. Der Himmel war voller schwarzer Wolken und Feuer und Stein vielen vom Himmel. Sie begruben ganz Armero und darin seine Menschen. Viele verschwanden – sie starben. Manche, die nicht starben wurden verrückt von dem Erlebten. Viele verloren die Erinnerung und wussten nicht mehr wer sie waren. Es war ein Chaos, Gehetze und Geschrei. Mein Mann hatte überlebt, aber drei unserer Kinder waren verschwunden. Wir konnten nicht glauben, dass sie unter den Trümmern vergraben waren und starben. Wir erfuhren, dass viele Kinder in näher gelegene Heime gebracht wurden. Wir suchten sie alle ab. In Ibagué fanden wir Alfonso. Wir sahen ihn im Hof eines Kinderheimes spielen. Man ließ uns nicht rein. Man sagte uns, der Junge auf den wir zeigten, hieße Fernando. Wir hatten alles verloren, was bewies, dass er unser Sohn war. Die Direktorin erlaubte keine Gegenüberstellung. Mein Mann versuchte ihr zu erklären, dass Alfonso mit 10 Jahren genau wüsste wer seine Eltern sind und uns erkennen würde. Das er sich erinnern würde, wenn er uns sieht. Aber man schickte uns fort. Unser Wort war wertlos, sie ließ es nicht auf einen Versuch ankommen. Von einer Nachbarin erfuhren wir, dass auch Carlos und Regina noch lebten. Sie hatte sie in einem Bericht über die Katastrophe im Fernsehen gehen. Aber wir haben nie herausgefunden, wohin man sie verschleppte. Der Gedanke an den Verlust meiner Kinder, macht mir oft Migräne. Ich hoffe, dass meine Kinder in einer guten Familie sind und sie glücklich leben, aber wir sind auch ihre Familie und wir haben, um sie gekämpft. Wir sind zwar arm, aber wie bestellen unseren eigenen Boden, wir gehen Fischen, halten Hühner und Leben mit 4 Generationen unserer Familie zusammen, wir unterstützen einander.

“We are fighting for our children and against the ongoing injustice of forced adoption.“

Sandra Carolina

Sandra Carolina ist eine der Mütter, die Opfer derZwangsadoptionspraxis und der Korruption geworden sind. Sie gründete eine Gruppe für Betroffene mit dem Namen ’Madres del Silencio‘. Diese Organisation hilft Müttern, ihre Kinder zu behalten in dem sie Müttern im Falle einer Zwangsadoption kostenlose rechtliche Unterstützung bietet.

Kinderheime sind Unternehmen, die Teil unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems sind. Jedes Kind im System wird von der Regierung finanziert und genutzt, um Spenden zu generieren. Je mehr Kinder das Waisenhaus betreuen kann, desto mehr Geld erhalten sie für Wohnen, Essen, Bildung und Gehälter. Für jedes Kind, das adoptiert wird, muss mindestens ein neues ins das Heim gebracht werden, damit das zur Verfügung stehende Budget wachsen oder stabil gehalten werden kann. Einige Leiter*innen von Kinderheimen sind besonders kreativ, um sicherzustellen, dass  genug für die eigene Vergütung übrig bleibt. 

 

„Ich habe 17 tödliche Jahre auf der Suche nach meinen Kindern verbracht. Meine Kinder, die das Jugendamt ICBF illegal in Adoption gegeben hat. Ich habe sie niemals für Adoption hergegeben. Ich werde sie niemals aufhören zu suchen. Ich liebe sie mit meinem ganzen Sein und ich möchte, dass sie ihre Geschwister kennen lernen. Ich habe einen Brief vom Jugendamt erhalten, nach dem sie meine Kinder aus ihrem zuhause entrissen hatten. Ich arbeitete damals als Prostituierte. Das war Anlass genug, meine Kinder mit zunehmen. In dem Brief stand, dass die Gegebenheiten in meinem zuhause nicht angemessen seien. Aber niemand dieses Institutes war jemals bei mir zuhause und hat eine Untersuchung der Umstände vorgenommen. Es gab keine Anhörung. Jeden Monat erhielt ich einen Brief mit der Aufforderung 150 000 Pesos Unterhalt für meine Kinder zu bezahlen. Ich habe das Geld immer aufgebracht, egal wie. Die Sachbearbeiterin meiner Kinder – Dora Luz Escobar – hat mir niemals ins Gesicht gesehen. Sie hat oft die Briefe des Amtes an mich gar nicht unterschrieben, weil sie nicht da war. Seltsamerweise waren die Rechnungen immer von ihr unterzeichnet. Sie haben Geld damit verdient, Kinder ins Heim zu stecken. Es ist ein Geschäft. Mein Baby wurde krank. Niemand hat mir eine Nachricht geschrieben, dass mein Sohn im Krankenhaus liegt und sterben könnte. Die einzige Nachricht über den Zustand meiner Kinder, die ich erhielt war: „Herzlichen Glückwunsch, Ihre Kinder wurden international adoptiert.“ Ich bin nicht die Einzige. Bei einen Treffen der Organisation Plan Angel, habe ich eine Frau getroffen, deren Kinder auch vom ICBF gestohlen wurden. Ihre Dokumente sind ebenfalls von Señora Escobar unterzeichnet. Das ganze Land ist voller Frauen mit Geschichten wie unserer. Ich sage, wir müssen das Schweigen brechen! Wie es die Frauen vom Plaza de Mayo in Argentinien gemacht haben. Ich bin jetzt Schauspielerin, ich reise im ganzen Land. Ich habe eine Stimme und gründete mit dieser Stimme eine Gruppe Madres del Silencio in Bogotá. Wir kämpfen um unsere Kinder und gegen das immer noch geschehende unrecht der Zwangsadoptionen. 

Die Arbeit von

Plan Angel

Plan Angel verfolgt einen multidisziplinären Ansatz, um Familien zu stärken und ihnen zu helfen, ihre Kinder nach einer Adoption wieder zu finden. Eines ihrer wichtigsten Instrumente ist DNA-Testing mit einer Weltweiten Datenbank. 

“I don’t know why they took them to the orphanage.“

Adriana Patricia

Adriana Patricia war gezwungen Ganztags zuarbeiten, als sie ihre Kinder in private Kinderbetreuungsstätten geben wollte. 

„Als ich meinen ersten Mann kennen lernte war ich sehr jung, gerade 14 Jahre alt. Wir hatten 5 gemeinsame Kinder. Er hatte mit Drogengeschäften zu tun und misshandelte mich. Meinen ersten Sohn verlor ich im Jahr 1977. Ich hatte in einem Dorf in der Nähe von Medellín Arbeit gefunden. Ich brachte meinen Sohn zu einem Pärchen. Sie wollten auf ihn aufpassen, bis ich ihn am nächsten Morgen nach der Arbeit wieder abholen konnte. Die beiden verschwanden über Nacht und stahlen meinen Sohn. Erst letztes Jahr, haben wir ihn wieder gefunden. Da stand ich meinem 40 Jahre alten Sohn gegenüber. Er hat sein ganzes Leben mit einer fremden Familie verbracht. Ich erinnere mich nicht mehr an seinen wahren Namen. Meine zwei anderen Kinder, die ich verloren habe, wurden von einer Pflegemutter zum Jugendamt gebracht. Nach dem mein damaliger Mann ins Gefängnis kam, musste ich meine 5 Kinder alleine durchbringen und nahm eine Vollzeitstelle an, um den Verlust des Unterhaltes auszugleichen. Zwei meiner Kinder brachte ich zu meinen Schwiegereltern. Die zwei anderen ließ ich bei einer privaten Pflegemutter. Erst aus der Lokalzeitung erfuhr ich, dass diese Frau meine Kinder zum Jugendamt gebracht hatte. Ich sah ein Foto von ihnen, das annonciert wurde. Als ich zu Bienestar Familiar La América ging, um meine Kinder abzuholen, forderte man Beweise von mir, dass diese Kinder wirklich meine seien. Ich sagte: „Holen sie, meine Kinder. Sie werden mich wieder erkennen. Ich bin ihre Mutter. Lassen Sie sie mich nur sehen.“ Aber die Direktorin wies meine Bitte ab. Später erfuhr ich, dass man, ohne dass ich je etwas unterschrieben hatte, meine Kinder zur adoption frei gegeben und ins Ausland geschickt hat. Ich weiß nicht, warum die Pflegemutter meine Kinder beim ICBF abgegeben hat. Vielleicht wurde sie bezahlt, oder jemand hat ihr dazu geraten? Ich konnte sie nie zur Rede stellen. Zu groß ist mein Hass. Ich kann ihr nicht gegenüber treten.“

„Als ich zu Bienestar Familiar La América ging, um meine Kinder abzuholen, forderte man Beweise von mir, dass diese Kinder wirklich meine seien. Ich sagte: „Holen sie, meine Kinder. Sie werden mich wieder erkennen. Ich bin ihre Mutter. Lassen Sie sie mich nur sehen.“ Aber die Direktorin wies meine Bitte ab. Später erfuhr ich, dass man, ohne dass ich je etwas unterschrieben hatte, meine Kinder zur adoption frei gegeben und ins Ausland geschickt hat. Ich weiß nicht, warum die Pflegemutter meine Kinder beim ICBF abgegeben hat. Vielleicht wurde sie bezahlt, oder jemand hat ihr dazu geraten? Ich konnte sie nie zur Rede stellen. Zu groß ist mein Hass. Ich kann ihr nicht gegenüber treten.

“Can you tell me why he isn’t looking for me after all those years?“ 

Ana Milena 

Die Familie von Ana Milena hat hinter ihrem Rücken eines ihrer Kinder unter falschen Angaben zur Adoption freigeben.  Als sie darum bat, ihren Sohn vom kolumbianischen Institut für familiäres Wohlergehens: Instituto Colombiano de Bienestar Familia wieder zurückzubekommen, um das ihr und ihrem Sohn angetane Unrecht zu korrigieren, wurde ihr von der Direktorin mitgeteilt, dass es ihrem Sohn ohne sie als Mutter, in einer guten amerikanischen Familie besser ginge. Niemand der Beteiligten in diesem Betrugsfall wurde jemals zur Rechenschaft gezogen.

„Mit 14 Jahren war ich auf mich alleine gestellt. Ich war Verkäuferin und fuhr von Stadt zu Stadt. Mit 19 hatte ich gerade meinen zweiten Sohn geboren und entschloss mich meinen gewalttätigen Ehemann zu verlassen. Meine Tante unterstütze mich dabei und nahm mich und mein Baby auf, nur meinen 2 jährigen Sohn wollte sie nicht im Haus haben. Ich war gezwungen ihn bei meiner Freundin Itagüi unterzubringen. Ich war jung und ging in diesen Zeiten gerne aus. Ich lernte einen Mafiosi kennen, in den ich mich verliebte. Es war schrecklich romantisch, bis ich und meine Freundin und ich an einen diesen Abenden, in denen wir auf der Straße tanzten und durchs viertel spazierten Zeuginnen eines Mordes wurden. Wir mussten sofort die Stadt verlassen. Wir konnten nicht mehr nach Hause. Wir hatten nur die Kleider die wir am Leibe trugen. Drei Monate hielten wir uns in Barranquilla versteckt. Meine Familie besaß kein Telefon, ich konnte ihnen nicht erklären wo ich war. Als ich zurück kehrte, besuchte ich erst meine Freundin und meinen ältesten Sohn. Ich hatte Geld gespart und bezahlte ihr ihre Unkosten. Danach ging ich zurück zu meiner Familie. Ich freute mich, wieder zuhause zu sein und wollte endlich mein Baby sehen. Aber meineTante hatte ihn ins Heim gegeben. Sie hatte behauptet, seine Mutter nicht zu kennen. Ich sei bloß eine unbekannte Wäscherin gewesen und hätte meinen Sohn ausgesetzt. Sie gaben ihm sogar einen falschen Namen: Mauricio. Wir gingen gemeinsam zum Jugendamt Bienestar Familiar la América, um meinen Cristian zurück zu holen und alles richtig zustellen, aber es war zu spät. Man hatte versucht Mauricios Mutter mit einer Zeitungsannonce zu finden und dann zur Adoption freigegeben. Ich erzählte der Direktorin von den Lügen und da erfuhr sie von meinen Kontakten zur Mafia. Mein Sohn war unter falschen Angaben zur Adoption frei gegeben worden, aber das einzige was diese Direktorin weiter an mich richtete war: „Ihr Sohn ist jetzt in einer amerikanischen Familie und dort besser aufgehoben als mit einer Mutter wie Ihnen.“ Egal, ob Prostituierte oder Diebin, ein Kind gehört zu seiner Mutter! Ich werde auch immer seine Mutter sein. Ich weiss, er hat jetzt eine neue Familie, einen neuen Namen und ich verlor das Anrecht auf die Rolle seiner Mutter. Ich will nicht intervenieren. Ich möchte ihm nur meine Geschichte erzählen. Könnt ihr mir erklären, warum er mich nach all den Jahren nicht sucht?

Sandra Cecilia 

Nachdem sie zwei ihrer Kinder zur Adoption frei gegeben hatte, wollte sie nur noch sterben. Es war eine unmögliche Entscheidung die sie treffen musste, in der Hoffnung, ihren Kindern ein besseres Leben zu schenken. Es war ein Opfer, das sie, wie sich herausstellte,  fast das Leben gekostet hätte. 

“Meine Tochter Yasmina, sie war himmlisch, wunderschön und unschuldig. 7 Jahre war sie bei mir. Mein Sohn Daniel, den nannte ich nur trag-mich-trag-mich und Essen-Essen. Mit nichts konnte man ihm glücklicher machen als ihn zu füttern. Aber ich hatte kaum etwas. Es war furchtbar schwierig. Für sowenig wie die Milch und Panela meiner Kinder, habe ich manchen Männern einen Gefallen tuen müssen. Meine Familie hat meine Kinder nicht als ihre Anerkannt. Sie haben mich kaum als Tochter gesehen und mich misshandelt. Es war genug, dass ich mit ihnen im Haus wohnte. Mein mittleres Kind Bryan, der lebte mit seiner Großmutter, väterlicherseits. Den bekam ich nicht zu sehen. Aber um ihn brauchte ich mich nicht zu sorgen. Alle haben auf mich eingeredet meine Kinder abzugeben. Den Entschluss, dass ich nicht mehr weiter machen konnte, fiel, als meine Mutter mich – wie so oft – mit Sack und Pack auf die Straße geworfen hatte. Ich war verzweifelt und fragte: „Gott, was soll ich nur tun?“ Ein Kind hat doch ein Recht auf Vater und Mutter, auf ein Zuhause und Bildung. Eine Familie in der sie Disziplin lernen können und erfolgreich werden. Ich tat das schrecklichste, etwas was keine Frau ohne Zwang macht. Schaut euch meine Neffen und Nichten an, alle ohne Arbeit, sie nehmen gefährliche Drogen. Sie sind nie zur Schule gegangen. Wären meine Kinder hier geblieben, dann wären sie auch so geendet. Wie hätte ich das zulassen können? Einmal habe ich meine Kinder auf Facebook gefunden. Das Jugendamt verriet mir, sie seinen von einer Diplomatenfamilie adoptiert worden. Mein Sohn teilte mir mit, er wünsche keine Kontakt und hat mich blockiert. Seine Schwester sah auf den Bildern wunderschön aus in ihrem Abschlusskleid. Nachdem ich sie in Obhut gegeben habe, hab ich gedacht: „Gott lass mich sterben“, aber er ließ mich nicht sterben. Mein jetziger Mann musste mich duschen und füttern. Ich wollte nicht mehr leben. Aber die Liebe zu Jesus hat mich gerettet. Ich hab ein Haus gekauft, für meine Kinder. Damit sie wissen, dass ich, während ich all die Zeit gelitten haben, weiter für sie gekämpft habe. Damit sie hier etwas haben, wenn sie zurückkehren.“

“Plan Angel gave me hope for the first time that I might see him again before I die.

Maria Leonisa

Der Sohn von Maria Leonisa ist im Alter von 8 Jahren an einem Bahnhof verloren gegangen. Auch 57 Jahre später hat sie nie erfahren, was mit ihm passiert ist. 

”Gott hat mir neun Kinder geschenkt, zwei davon Töchter. Zwei meiner Söhne wurden im Drogenkrieg ermordet. Aber Luís verloren schon viel früher. Alle meine Kinder waren noch klein und die Hälfte von ihnen nicht einmal geboren. Ich fuhr mit ihnen in die Innenstadt von Medellín. Damals waren es vier. Mein jüngstes war gerade zwei Monate alt, das älteste zwölf. Ich musste Besorgungen machen. Luís entfernte sich von uns. Er drehte immer alleine eine kleine Runde, weil er sich Münzen aufbewahrte, um Süßigkeiten von den Straßenhändlern am Bahnhof zu kaufen. Alle um uns herum gingen ihren Beschäftigungen nach. Luís kam nicht von seiner Runde zurück. Er war damals acht Jahre alt. Er kannte meinen Namen, er wusste wo wir wohnten. Ich verstehe nicht, warum er nicht nach Hause gefunden hat, warum ihn niemand nach Hause gebracht hat. Wir sind gleich zur Polizeistation. Aber die Investigation ergab nichts. Ich bin mir sicher, er ist gestohlen und verkauft worden. Ich warte jetzt seit 55 Jahren darauf, dass er zurückkehrt. Vor einigen Monaten erfuhr ich von dem DNA-Programm einer Organisation namens Plan Angel und erzählte dort von meinem Sohn. Sie kannten einen Hector José Montoya aus Medellín, der sich daran erinnerte an einem Bahnhof verloren gegangen zu sein. Er war nach Holland adoptiert worden und suchte seine Familie. Die Organisation machte mir mit einen DNA-Test, um zu sehen, ob er mein Luís sein kann. Die Ergebnisse kenne ich noch nicht. Ich lebe so lange mit dem Verlust meines Sohnes, über die Hälfte meines Lebens. Plan Angel gab mir zum ersten mal Hoffnung, dass ich ihn doch noch wieder sehen kann bevor ich sterbe. 

Results of DNA-Testing

Maria Leonisas DNA-Test kam nicht als Mutter-Sohn Match mit dem Luís zurück, der in Kontakt mit Plan Angel aufgebaut hatte.

Da Plan Angel jedoch mit einer weltweiten Datenbank und nicht mit einem Direkten DNA-Test arbeitet, besteht weiterhin die Hoffnung,  dass der richtige Luís irgendwann von Plan Angel und dem Family Finder von Family Tree DNA erfahrt und sich für den Test entscheidet und seine Mutter ihn doch noch wiederfinden kann. 

Support this project

Es gibt viele Möglichkeiten, mich beim Sammeln und Verbreiten der Zeugnisse kolumbianischer Erstmütter zu unterstützen. Eine Möglichkeit ist eine Spende, um diese Produktion von politischen und wirtschaftlichen Interessen unabhängig zu halten. Ich bin immer auf der Suche nach weiteren Publikations- und Ausstellungsmöglichkeiten. 

Bitte nehmen Sie jederzeit Kontakt mit mir auf.

Ich war einmal das Waisenkind

The story of adoption does not start with an orphaned child, but with a child born to it‘s mother. After years of being silenced and marginalized, our Colombian mothers speak up and tell their own stories. And maybe we see that we adoptees were not abandoned at all.

- Yennifer Dallmann Villa

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